, Kaufmann Stefan

Reidens 6-Punkte-Plan…und wie man ihn perfekt umsetzt

Senioren 40+ Regional

Gruppe 4: FC Eschenbach – SC Reiden 2 : 8

Umsetzung – Part one

Nachdem man im letzten Heimspiel den FC Schötz mit 5 : 1 aus dem Reider Kleinfeld geschossen hatte, durften wir nun wiederum an einem Montag (immer diese blöden Montage) die weite Reise nach Eschenbach antreten. An diesen Gegner hatte man eigentlich gute Erinnerungen und man wusste bereits im Vorfeld, dass sich die Türen der Garderoben in Eschenbach immer wieder selber wie von Geisterhand öffnen. Das war also in etwa dasselbe wie die ansehnlichen blauen Plastikfetzen die in Reiden anstelle der Garderobentüren montiert sind.
Somit hatte alles fast ein bisschen Heimcharme. Nachdem auch noch die letzten Spieler in Eschenbach eingetroffen waren, welche aufgrund ihrer wirklich ausgeprägten Heimatkanton-Kenntnisse noch ein bisschen im Zeugs herumdüsten (oder hat die Schnitzelbrotpause zu lange gedauert…), konnte es auf dem Feld losgehen.
Der SC Reiden startete wie die Feuerwehr. Bereits nach 20 Sekunden brach der Jung-Veteran Burkart auf der rechten Seite durch und scheiterte alleine vor dem Torhüter der Eschenbacher. Die wäre natürlich ein absolut perfekter Start gewesen. Doch Burkart, mit seiner Erfahrung als Treiber auf der Wildjagd, liess sich nicht zweimal bitten und schoss den SC Reiden dennoch in der 3. Minute in Front. Auftakt gelungen. Das Reider Mittelfeld mit dem erfahrenen Spielmacher Bühlmann und den beiden Jungspunden Kunz und Burkart schaltete nun sogar noch einen Gang höher. Die Bälle wurden früh erobert und man war läuferisch wie auch mental vielfach 2 – 3 Schritte schneller. So kam es für den Gegner, wie es kommen musste. In der 9. Minute schloss der Reider Captain Gerhard mit einem sensationellen Aussenrist-Hammer direkt in die Maschen ab. Und dies wohlverstanden mit dem rechten Fuss von der linken Sechzehner-Seite aus…. Auch Kunz wollte da nicht hinten anstehen und schoss in der 15. Minute bereits zum 3 : 0 ein. Nun bekam auch Hajdari Lust aufs Tore schiessen und erzielte prompt in der 24. Minute schon das 4 : 0 für den SC Reiden. Der Eschenbacher Mist war also sozusagen bereits nach 24 Minuten geführt, zerstampft und eingemottet.
Mit diesem Resultat gings in die Pause und alle konnten den Pausentee entspannt geniessen. Nun wollte man aber in der 2. Halbzeit nicht mehr wie gegen Schötz einen Gang zurückschalten sondern weiter nach vorne spielen und Tore schiessen. Und dies dauerte dann auch nicht lange. In der 37. Minute erzielte Kunz das 5 : 0 und belohnte sich mit seinem zweiten Treffer für seine starke Leistung. Nur drei Minuten später sah sich auch Captain Gerhard gezwungen, seinen zweiten Treffer an diesem Abend zu erzielen, 6 :0. Das Resultat nahm apokalyptische Auswüchse an. Und trotzdem, kaum nahmen die Reider mal ein bisschen den Fuss vom Gaspedal drückte der FC Eschenbach sofort. Hatte es doch auch in den Eschenbacher Reihen ein paar wirklich gute Spieler. Aber tja, was interessierte das uns. Wenn sogar der Trainer/Schreiberling in der 42. Minute zum 7 : 0 einnetzen konnte, mussten die Türen ja schon sehr weit offen sein. Trotzdem schön, zuhause oberhalb des Ehebettes wieder mal einen langen Strich in die Wand zu ritzen. Hätte noch viel Platz da…. Die Sprüche von den Töchtern «Papi, spielten die ohne Goalie», na ja, die braucht niemand.
In der 57. Minute schloss dann Illi mit einer Bombe von einem Schuss das Kapitel Montagabend.
8 : 2. Der Matchblattschreiber wollte wohl Illi mobben und schrieb einfach Burkart als Torschützen ein. Reto, hast du wohl deinen Einstand noch nicht bezahlt? Tja, die Veteranen sind wie Elefanten – sie vergessen nie!
Schlusspfiff, fertig lustig. Eine gelungenes Auswärtsreisli an einem kalten Montagabend.
Eine kleine Bierrunde fand dann zuhause im Restaurant Sonne auch noch statt, also das musste ja schon sein. Eine sehr, sehr starke Leistung der Reider Veteranen. Und ein weiterer Sprung Richtung Tabellenspitze.

Der treue Matchberichtleser hat sich sicher gefragt, warum so lange nach dem Eschenbach-Sieg kein Bericht hochgeladen wurde.
Also, liebe Freunde des runden Leders, ich habe ja so viel Vertrauen in die Reider Mannen, dass ich insgeheim mit dem Punktemaximum aus den letzten beiden Spielen gerechnet oder wenigstens darauf gehofft habe. So kann nun wieder einmal seit langem die Mutter aller Spielberichte veröffentlicht werden. Der Doppel-Spielbericht, part one und part two….

Senioren 40+ Regional

Gruppe 4: SC Reiden – FC Grosswangen-Ettiswil 2 : 1

Umsetzung – Part two

Und dann kam der grosse Unbekannte. Viele von uns wussten noch, dass man in Grosswangen früher immer ein Geknorze hatte. Niederlagen waren keine Seltenheit. Wie schön, dass dann auf dem Feld der frühere rothaarige Mittelfeldspieler – quasi der Klon von Paul Scholes von Manchester United – nicht mehr anzutreffen war. Hat wohl seine Schuhe an den Nagel gehängt. Toll für uns.
Beim SC Reiden wusste man, dass man mit einem Sieg die Tabellenspitze übernehmen konnte. Viel Druck also für so alte Mannen. Vor allem waren wir uns eines nicht mehr gewohnt: 2 Spiele innerhalb von fünf Tagen. Unter den wachsamen Augen des neuen Vizepräsis Streun, war der Druck sogar no e chli höher.
Zu Beginn auf dem Rasen spürte man aber schnell, dass da eindeutig mehr Gegenwehr kam als noch am Montag von den Eschenbachern.
Reiden drückte zwar und probierte, aber ausser einem starken Kopfball von Ryser schaute nicht viel heraus. Man hatte zwar viel Ballbesitz und auch die gegnerischen Stürmer ziemlich gut im Griff. Grosswangen hatte doch einige starke Spieler in ihren Reihen und die Reider mussten ziemlich aufpassen, dass man nicht plötzlich in Rücklage geriet. Einem Rückstand gegen diesen Gegner nachzulaufen, wäre wohl nicht so einfach gewesen.
Man hatte einige Abschlüsse zu verzeichnen, aber dennoch nichts wirklich Zählbares. Mit dem 0 : 0 gings in die Pause. Ein paar Auswechslungen, ein paar taktische Verschiebungen. Mit dem Glauben daran, dass wir die bessere Mannschaft sind, gings weiter.
Und siehe da, Aecherli, vom zentralen Mittelfeld neu ins rechte Mittelfeld gerückt, weihte seine Seite gleich mit einem starken Lauf über Rechts ein und drosch das Leder unhaltbar unters Netzdach. Endlich die 1 : 0 Führung. Nun ging es darum die Konzentration hochzuhalten. Der Torhüter der Grosswangen konnte sich aber sofort in 1 – 2 Aktionen stark in Szene setzen. Einen praktisch unhaltbaren Ball von Bühlmann fischte er mit einer Wahnsinnstat aus der Ecke. Der neu eingewechselte Della Casa stellte zudem das Mittelfeld und die Abwehr der Grosswanger mit seiner tänzelnden Leichtigkeit am Ball auch vor ein paar gröbere Probleme. Der SC Reiden machte weiter Druck. Es gab nur einen Weg – vorwärts Richtung Grosswanger Tor. Und in der 55. Minute war es dann soweit: Hajdari schoss seine Farben mit 2 : 0 in Front. Welche Erlösung. Längst verdient.
Nun konnte man aber eben die besagte Konzentration nicht hoch genug halten und ein grober Bock in der Reider Abwehr ermöglichte den Grosswangern den Anschlusstreffer zum 2 : 1. Dies war sehr unnötig, hatte doch der SC Reiden eigentlich Spiel und Gegner im Griff. Es galt noch zwei sehr heikle Momente zu überstehen, welche aber der mitdenkende Goalie Illi mit tollen Paraden zunichte machte. Illi, der Torschütze vom letzten Spiel? Ja genau der. Ist halt sehr polyvalent einsetzbar.

Nun, eine gute Mannschaft bringt auch 1 – 2 schwierige Momente ins Ziel und genau das machten die Reider Veteranen. Der Schiri liess zwar Schreiberlings Nervenkostüm flattern indem er kurz vor Schluss sagte «noch 3 Minuten…und 3 Minuten Nachspielzeit».
Doch dann pfiff er ab, Sieg für den SC Reiden. Da der Schiri ein guter Mann war, haben wir ihm gleich noch einen Teller Ghackets mit Hörnli spendiert. Da der gute Mann kein Zertifikat hatte, musste er halt alleine draussen in der Kälte essen. War aber trotzdem gut und er hatte seine Freude daran. Und uns wars eh egal.
WIR hatten in erster Linie eine Wahnsinnsfreude am Resultat. Letzte 3 Spiele 9 Punkte, 15 erzielte Tore und nur deren 4 erhalten. Die Belohnung: Tabellenleader, Spitzenteam, Kopf der Gruppe 4, mindestens bis zum Mittwoch, wenn Entlebuch noch sein Nachtragsspiel austrägt. Hoffen wir auf Schötzer Freundschaftshilfe. Wir waren ja auch gnädig mit ihnen.
Eine tolle Vorrunde ging zu Ende. Mit einer Super-Mannschaft haben wir viele tolle Siege erreicht. Eine absolut tolle Moral bewiesen, wenig Strafpunkte geholt. Und das Wichtigste: Wir sind jederzeit als Team, als Mannschaft mit toller Kameradschaft aufgetreten.
Viele gute Mannen, die früher auf einem höheren Level gespielt haben, sind der Kern der Mannschaft, dank ihres Könnens bringen sie auch die anderen auf ein höheres Niveau.
Ein Spielmacher der allerfeinsten Sorte (Nr. 14 Cruyff), ein spanischer Abwehrpatron (el murcia – die Mauer), ein Captain (Mister Schmerz) der immer da hingeht wo es weh tut (oder er tut den anderen weh) und einige Goalgetter, aber ebenso viele einfache und gute Fussballer, welche stets (oder meistens) das Maximum aus sich herausholen. Wäre da nicht die saublöde Niederlage gegen den FC…. Aber lassen wir das.
Vermutlich ist sowieso einfach der Trainerstab sehr gut.

Der SC Reiden feierte diese beiden Siege und den Sprung an die Tabellenspitze mit:
Hirt, Illi, Graweid, Herzog, Fernandez, Küng, Famularo, Kaufmann, Kunz, Hajdari, Gerhard, Burkart, Palladino, Müller, Della Casa, Arnold, Aecherli, Bühlmann und Ryser.

Die Kisten Bier nach dem Spiel wurden in hoher Kadenz (wie auf dem Spielfeld) beseitigt. Das durch El Capitano organisierte Essen schmeckte nach diesem Sieg noch besser. Der harte Kern gönnte sich noch eine Plastikrunde. Der Trainer konnte da leider nicht mehr mitmachen, da er unter der Dusche schon zuviel «Wasser» erwischt hatte…

Veteranen SC Reiden – eine tolle Truppe. Wir sind sehr stolz auf diese Mannschaft.
Nun geht’s ins verdiente Hallentraining.

Das Trainerteam Kaufmann + Küng