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Senioren 40+ Regional Gruppe 3: FC Entlebuch - SC Reiden 3 : 5 (2 : 2)

Kaufmann Stefan 11.09.2017

Auch in Escholzmatt macht der SC Reiden den Gegner platt..!!

Nach dem Montagsspiel gegen die SG Schötz/Willisau stand den Reider Veteranen bereits am Freitag der nächste Match bevor. Man startete die lange Reise ins UNESCO-Biosphären-Reservat nach Escholzmatt. Gegner waren die kampfstarken Jungs vom FC Entlebuch. Nach dem Motto: „Manne wie Tanne, Scheiche wie Eiche...“ gestaltete sich auch das Einlaufen des FC Entlebuch vor dem Spiel. Da wurde gelaufen, gesprintet, gegrätscht und geschrien – alles im höchsten Tempo.
Man konnte also getrost davon ausgehen, dass diese Horde gleich bei Matchbeginn über die Reider Veteranen herfallen würde. Und so kam es auch. Von allem Anfang an spielten die Entlebucher mit Kraft, Wucht und Tempo auf das Reider Gehäuse.
Die Verteidigung des SC Reiden kam kaum zum schnaufen und war teilweise überfordert. Das Mittelfeld war meistens einen Schritt zu spät beim Gegenspieler. Und so kam es wie es kommen musste. Nach einem Eckball in der 7. Minute konnte ein Entlebucher im Strafraum mit einer Direktabnahme zum vielumjubelten 1 : 0 für die Einheimischen einschiessen. Im selben Stil ging es weiter. In der 11. Minute konnte Müller mit einem Befreiungsschlag für den bereits geschlagenen Reider Torhüter das 2 : 0 in extremis verhindern. Hier fehlten wahrlich keine zwei Zentimeter…Es sah so aus, als ob die Reider von einer Entlebucher Dampfwalze überrollt würden. Man musste sich in der Reider Verteidigung dauernd neu sortieren um das Gröbste abwenden zu können.
Langsam aber sicher konnte der SC Reiden dann aber im Mittelfeld den Kampf annehmen und die Duelle immer mehr für sich entscheiden. Plötzlich waren es die Reider die zu Chancen kamen. In der 13. Minute konnte P. Küng nach einem starken Pass in die Tiefe alleine auf den gegnerischen Torhüter losziehen. Doch dieser verhinderte diese Grosschance sehr geschickt. Das Blatt begann sich nun endgültig zu wenden. Reiden drückte auf den Ausgleich. Hajdari mit einem starken Schuss aus 20 m, welcher nur knapp das rechte Lattenkreuz verfehlte, war der nächste Reider mit einer guten Möglichkeit. Nur zwei Minuten später konnte der durchgebrochene Gerhard im Strafraum nur noch mit einem klaren Foul gestoppt werden. Leider ertönte erstaunlicherweise kein Pfiff, der Schiri brauchte wohl die Luft zum Atmen bei diesem temporeichen Spiel. Kurz darauf legte Hajdari ideal auf Zwyssig auf, der gefährlich nahe vor dem Entlebucher Tor zum Schuss kam. Mittlerweile waren 32 Minuten gespielt und der Ausgleich wäre für den SC Reiden längst überfällig und verdient gewesen. Doch galt es auf die starken Stürmer der Entlebucher gut aufzupassen und in der Verteidigung die Konzentration hoch zu halten. Trotzdem kamen die Reider in ebendieser 32. Minute zum Ausgleich. Nach einer Balleroberung in der gegnerischen Platzhälfte war es dann schlussendlich N. Küng, welcher mittels langem Bein und Spitzkick das 1 : 1 erzielen konnte. Gross war die Freude bei den Reider Veteranen und der Ausgleich nahm auch ein bisschen Druck weg. Gross war die Freude aber auch bei P. Küng, der es seinem Bruder kurzerhand nachmachte und nur eine Minute später nach einem idealen Steilpass das 2 : 1 für seine Farben erzielte. Man konnte nun wahrlich nicht behaupten, dass die Reider etwas „verKÜNGelet“ hätten….! Nun hatten die Reider eine breite Brust nach diesem Doppelschlag innert 2 Minuten. Entlebuch war sichtlich geschockt…. und konnte trotzdem nach einem Missverständnis zwischen der Reider Innenverteidigung und dem Torhüter wiederum nur eine Minute später zum 2 : 2 ausgleichen! Das war nun definitiv dumm gelaufen für die Reider. Nichtsdestotrotz liessen die Reider Veteranen die Köpfe nicht hängen und spielten druckvoll weiter. In der letzten Minute vor der Pause hatte dann P. Küng nochmals eine tolle Chance nach einem Reider Eckball. Doch verfehlte sein Kopfball das Tor nur knapp. Dann war Pause und erstmals durchschnaufen angesagt.
Wie immer wurde in der Pausenansprache alles besprochen und es wurden zwei Auswechslungen getätigt. Und wie immer, richtete der Trainer einen flammenden Appell an die Reider Spieler.
Und es schien zu wirken. Die Reider kamen stark aus der Pause und machten konstant Druck auf den Gegner. HP. Studer lancierte mit einem präzisen Pass Gerhard, welcher von halbrechts alleine in den Sechzehner kam, jedoch zögerte und abgedrängt wurde.
In der 46. Minute räumte die Reider Verteidigung einen Angriff der Entlebucher ab und spielte zurück zum eigenen Torhüter. Dieser nahm den Ball ganz gekonnt und cool zweimal ! mit der Brust an und darauf - was dem Rest nicht ganz logisch erschien – in die Hände. Klarer Freistoss für die Entlebucher innerhalb des Reider Strafraumes. Die Reider bauten die gefürchtete Johannitermauer auf und der Entlebucher Schütze verfehlte ob der geballten Anzahl an Reider Leibern das rechte Lattenkreuz nur ganz knapp. Man muss jedoch klar sagen, dies war der einzige „Fehler“ von Torhüter Famularo. Ansonsten hielt er den SC Reiden mit seiner Interpretation des Torhüters als praktischer Libero bei vielen gefährlichen Situationen des Gegners immer wieder im Spiel und klärte viele hektische Situationen ganz routiniert.
Ab jenem Moment spielte aber praktisch nur noch der SC Reiden. Man hatte einige ganz gefährliche Eckbälle zu verzeichnen. Ein Corner vom starken Gerhard flog fast direkt ins Tor und verfehlte die hintere obere Ecke nur um Zentimeter. Ein weiterer Eckball hätte von Hajdari mit dem Kopf nur leicht abgefälscht werden müssen um das Tor zu erzielen. Doch genau dieser Hajdari erzielte in der 60. Minute mit einer absolut sensationellen Spitzguuge ein Hammertor zum 3 : 2 für die Reider. Nun war der SC Reiden richtig dominant. Mit einem äusserst motivierten Fernandez, der die Reider Verteidigung und das Spiel von der rechten Seite aus antrieb, dasselbe mit Kupferschmid auf der linken Seite, mit einer starken Innenverteidigung die praktisch alles abräumte und mit einem sehr aufsässigen Mittelfeld, das stets seinem Gegner auf den Füssen herumstand und die Zweikämpfe gewann. Vorne ging Gerhard immer wieder lange Wege und Svab setzte mit seinem ständigen Nachsetzen den gegnerischen Torhüter immer wieder unter Druck. Eine starke Reider Teamleistung. Bereits in der 63. Minute durften die Reider wieder jubeln. Gerhard legte uneigennützig vor dem gegnerischen Tor für den mitgelaufenen Hajdari auf, welcher nur noch einzuschieben brauchte. Eine Aktion, die auch zeigte, dass der Teamgedanke hochgeschrieben wird. 4 : 2 für den SC Reiden. Wer hätte das gedacht nach dem starken Beginn der Entlebucher in der Anfangsphase des Spiels. In der 65. Minute durfte sich Gerhard auch noch verdient in die Torschützenliste eintragen lassen. Nach einem starken Auskick von Torhüter Famularo übernahm Gerhard den Ball, narrte seine Gegenspieler und schloss mit dem linken Bein wuchtig zum 5 : 2 ab. Der Reider Schlussmann durfte sich noch einen Assist notieren lassen. Auf der Reider Bank brachen endgültig alle Dämme und man lag sich jubelnd in den Armen. Wiederum hatten die Reider Veteranen innert 2 Minuten 2 Tore und in der zweiten Halbzeit innert 5 Minuten 3 Tore erzielt. Dies brach den Entlebuchern gleich mehrfach das Genick. Der SC Reiden spielte jetzt absolut stark. Man verteidigte solidarisch miteinander das Resultat und war auf bestem Wege, die 3 Punkte zu entführen. In der letzten Minute konnte der FC Entlebuch noch Kosmetik betreiben und das 3 : 5 erzielen, obwohl dem Tor ein klares Stürmerfoul an einem Reider voranging. Doch was sollte es, man schaukelte den Sieg routiniert nach Hause.

Nach einem harzigen und schwierigen Beginn folgte eine ganz starke Reaktion des SC Reiden. Der Auswärtssieg war absolut verdient. Ein weiteres starkes Spiel der Reider Veteranen.

Der SC Reiden führte den Mist in der UNESCO-Biosphäre nach Hause mit:
Famularo, Kaufmann, Graweid, Müller, Kupferschmid, HP. Studer, Fernandez, Zwyssig, N. Küng, Aecherli, Hajdari, Gerhard, P. Küng, Svab und Palladino.

Um 22.30 Uhr erfolgte die telefonische Anfrage von Escholzmatt ins Hotel Sonne. Um 23.45 Uhr traf man im Hotel Sonne in Reiden ein und begoss den Sieg mit einigen Gläsern Bier! Dass 12 Spieler diesen Abend noch lange miteinander ausklingen liessen, spricht für diese Teameinheit und den Charakter dieser Mannschaft.

Jungs, das war ein ganz starkes Stück. Das Trainerteam ist stolz auf jeden einzelnen Spieler und insbesondere auch auf Gerold, der die Mannschaft von der Seite aus antreibt, unterstützt und mithilft, wo er nur kann.
Ein Team = jedes Mitglied ist wichtig !!
Nun ist der SC Reiden zwischenzeitlich auf dem 1. Rang klassiert.
Und die Moral von der Geschicht: Auch mit dem weiss-roten Retro-Dress verlieren wir NICHT !!
Vielen Dank an alle, es ist wahrlich eine Freude mit Euch.

Stefan Kaufmann